Letzte Änderung: 09.02.2020



Bulletins von den Para-Meisterschaften

In diesem Bereich unserer Webseite finden Sie die Bulletins der einzelnen Para-Meisterschaften. Klicken Sie einfach auf die Links zu den jeweiligen Meisterschaften.

Para Europameisterschaft 2014     Para-WM in Nove Mesto 2014     Para-WM in Bangkok 2013     Para-WM in Nove Mesto 2012     Para-WM in Turin 2011    



Para Europameisterschaft 2014 in Nottwil/Schweiz


02.08.2014: Lucia Kupczyk ist mit der Mannschaft Europameisterin

Wir haben eine Europameisterin in unseren Reihen. Lucia wurde mit ihrer Mannschaft Europameisterin in der Damencompoundklasse. Nach einem absoluten Nervenkrimi mit allem was dazu gehört, inclusive Stechen, ist die Deutsche Mannschaft Europameister geworden, und das gegen die Favoriten aus Russland.

Lucia Kupczyk, Europameisterin mit der Mannschaft

01.08.2014: Eilmeldung von der Para-EM

Bei der derzeit stattfindenden Para-Europameisterschaft Bogen stehen gleich zwei deutsche Teams im Goldfinale. Am 31.07 gelang dem Recurveteam mit Jennifer Hess und Maik Szarzewski der Sprung ins Goldfinale Recurve Open Mixed. Heute, am 1.08. gelang dies dann auch dem Compound Open Damenteam Karina Granitza, Vanessa Bui und Lucia Kupczyk. Im Bronzefinale der Compound Man W1steht mit Uwe Herter ein weiterer Sportler des DBS. Da das Damencompoundteam in der Qualifikationsrunde einen neuen Europarekord geschafft hatte und Karina Granitza dies auch im Einzelwettkampf gelang sind die Europameisterschaften aus deutscher Sicht schon jetzt ein großer Erfolg.
Matthias Meudt
DBS Para Archery Team
Teammanager Bogen

30.07.2014: Kurzmeldung

Bei der derzeit in Nottwil /Schweiz laufenden Para-Europameisterschaft der Bogenschützen hat das deutsche Team 2 neue Europarekorde erzielt. Das Damen Compound-Open Team, bestehend aus Karina Granitza, Vanessa Bui und Lucia Kupczyk erzielte mit 1972 Ringen einen neuen Europarekord auf den 50m. Im Einzel stellte Karina Granitza mit 665 Ringen einen neuen Europarekord auf der 50m Distanz auf. Die EM läuft noch bis zum 3.8.2014

Matthias Meudt
DBS Para Archery Team
Teammanager Bogen











Para-Weltranglistenturnier in Nove Mesto 2014

Regelmäßig bekommen wir Nachrichten und aktuelle Informationen aus Nove Mesto. Diese werden wir hier veröffentlichen. Weiter unten sind nach wie vor die älteren Bulletins zu lesen.


Tag 1: 24.06.2014

Es ist mal wieder so weit.
Lucia und ich sind wieder auf Tour in Europa. Wieder ein mal im schönen Nove Mesto nad Metuj, und wieder werden wir von der Stadt nichts sehen. Jetzt zum dritten Mal hier und ich kann immer noch nicht sagen, ob mir die Stadt gefällt. Das Stadion ist auf jeden Fall noch immer im Zustand wie in den letzten Jahren. Nur, einen Unterschied muss ich ja finden, dieses mal ist es richtig voll. Inklusive Schützen, die braucht man angeblich für einen Wettkampf, Betreuer , Kampfrichter und Helfern sind über 300 Menschen hier. So viele gibt es sonst erst bei einer EM oder WM. Entgegen anderst lautenden Kommentaren haben die Schützen die Mehrheit hier.

Am Sonntag war Anreise, Montag freies Training und heute offizielles Training. Der Unterschied? Freies Training bedeutet das jeder macht was er will, solange er nicht auf was anderes schiesst wie ne Scheibe. Official Training ist nichts anderes als ein jeweils dreistündiges Einschiessen an dem Platz an dem er morgen startet. Wer morgen Zeit hat und dabei sein will, auf er Seite www.sportklub.cz gibt es einen Liveergebnisdienst. Lucia ist am Nachmittag dran.

Was gibt es sonst hier Neues. Die klare Erkenntnis, dass es zumindest ein paar vernünftige Brasilianer gibt . Die haben die Flucht ergriffen, König Fussball die kalte Schulter gezeigt und sind jetzt auch hier und schiessen mit. Und Sonst? Nun Lucia darf endlich wieder mit dem Segen der gottgleichen Klassifizierer (die hier eine tolle Arbeit leisten) mit den Rückenteil starten, das man ihr in Bangkok nicht erlaubt hat.


So, das war's erst mal. Ich habe etwas Hunger, obwohl ich gestehen muss, dass ich glaube man hat auf dem Wettkampfgelände den Koch erschossen und einen neuen in Einsatz. Bis jetzt war es genießbar. Euch erst einmal alles Gute aus Bogenland

Tag 2: 25.06.2014

Heute morgen fing der Tag bescheiden an. Es regnete Bindfäden und im Vormittagsdurchgang wurden unsere Recurveschützen etwas stärker angefeuchtet.

Die Resultate finden sich ja auf der sportklub.cz Seite, da sag ich heute hier nichts dazu. Bei den Compoundern wars dann trocken, warum aber z.Bsp. die Norweger in kurzen Klamotten rumliefen entzieht sich meiner Kenntnis. Ich habe 4 Schichten übereinander gehabt um nicht zu frieren. Gestern abend hat Mecki noch mal nachgefragt was das jetzt eigentlich ist, wo wir da sind. Es handelt sich hier um das größte Weltranglistenturnier im Paraarcherybereich, das es in diesem Jahr gibt. Es geht also um Weltranglistenpunkte die es zu holen gibt. Insgesamt gibt, besser gab es in diesem Jahr nur 3 dieser WRT. Eines in Bangkok, zu Beginn der dortigen Unruhen, und eines in den USA, genauer gesagt in Phoenix Arizon. Beide waren schlecht besucht.

Wie sehr sich jemand in den Bogen hängt und versucht zu treffen zeigen die beiden Bilder des serbischen Schützen. Die arme Socke findet ihr in der Ergebnisliste ganz hinten, aber immerhin ist er nie aus dem Rolli gefallen. Lucia hat sich auch reingehängt, aber nur im übertragenen Sinn natürlich. Das Ergebnis ist übrigens wieder ein neuer Landesrekord bei den Frauen im WSV, also bei den "Fußgängern".
Ich hab mich gestern auch gehängt, und zwar aus dem Fenster, als ich meinte der Koch sei erschossen worden. Nein, er hatte wohl nur frei, heute war es wieder so das ich lieber nichts zu mir genommen habe.


So das wars in aller Kürze, morgen gehts in die Finale und dann sehn wir mal weiter. Das Wasser kommt im Moment mal wieder von oben, aber die Gegend hier kanns brauchen, sonst lassen die Pflanzen hier auch was hängen, nämlich den Kopf. Den nehme ich jetzt und trage in ganz oben, denn verstecken brauchen wir uns hier nicht. Viele Grüße aus einem verregneten Hotelzimmer (es regnet nur vor, nicht im Zimmer), Euer bogenverrückter Matthias.

Tag 4: 27.06.2014


Hallo ihr zuhause,
wer gestern auf Neuigkeiten gewartet hat ist von mir ja leider enttäuscht worden.
Warum? Ganz einfach, es war der Tag der Eliminations. Das heisst das ganze Programm vom 32tel bis zum Halbfinale in einem Rutsch. Besonders für die Betreuer ist das ein echtes Stressprogramm, eigentlich ist man permanent am Rennen und Suchen wo es weitergeht. Pausen sind dabei fast ausgeschlossen. Wer die Ergebnisse gesehen hat, weiss schon das es für Lucia nicht gereicht hat, in die Finale vorzustossen. Bei Platz 5 ist Ende gewesen, aber Mel Clark aus GB war einfach ein ganz klein wenig besser. Aber in 3 Wochen ist die EM, und da gilt "Neues Spiel, neues Glück". Aus Mannschaftssicht wird das morgen aber trotzdem heiss werden. Lucia und die beiden anderen Compoundschützinnen treffen im Goldfinale auf Russland. Wenn unsere Mädels gegen die Russinen gewinnen, haben die nicht nur lebenslanges Einreiseverbot in Russland, sondern ich muss mir ne andere Heizung zulegen, denn der Gasboykott wird dann unausweichlich. Und wie stehen die Chancen? Ich würde sagen 50:50. Bei dem Kampf ist alles offen.

Ausserdem wird es noch im Recurve Mixed interesant, da gehts um Gold. Am Sonntag dann um Platz 3 und 4 im Compound und für Uwe, den einige ja auch kennen, um Platz 3 bei den W1er Schützen. Wie ihr seht ist hier einiges geboten. Was aber gibt es sonst noch besonderes zu berichten.






Ein Taschendieb treibt auf dem Bogengelände sein Unwesen, auch das deutsche Team war betroffen. Das bedeutet für ein Teammitglied den selben Marathon durch die Behörden wie für mich nach Bangkok. Das mit dem Koch ist irgendwie seltsam, nach dem ich mir sicher war, dass er wieder auferstanden ist, ist das Essen jetzt wieder echt genießbar. Also entweder waren das zwischendrin Reste vom letzten oder ein Rückfall in schlechte Gewohnheiten. Morgen, und damit schliesse ich meinen Bericht vom Rande der Welt, wird es ein langer Tag. Das erste Match für uns ist gegen Neun Dreißig das letzte gegen 17:00 sein. Das wird dann auch das Match mit Lucia sein. Wers sehen will, den erinnere ich an den Livestream. Das wars, ich melde mich ab und wünsche unseren Feldschützen alle ins Gold.

Tag 5: 28.06.2014


So langsam geht es hier jetzt dem Ende zu. Heute waren die Finalwettkämpfe in den Mixed und Teambereichen. Resultat? Im Recurve Mixed geht die Goldmedailie nach Deutschland. Im Damencompoundbereich waren die Russinen einen Tick besser und haben sich Gold vor Deutschland gesichert. Ich bin mir nicht sicher was den drei Russinen angedroht war für den Fall das sie sich von den deutschen Damen schlagen lassen. Fest steht das die 3 Russinen gestern und heute vormittag Sonderschichten auf dem Trainingsgelände schieben mussten.

Für uns war der Tag also alles in allem recht erfolgreich. Morgen sind noch einige Einzelfinale und natürlich die Siegerehrungen. Die ersten werden dann noch die ganze Nacht durchfahren um dieser parallelen Welt des Bogenleistungssportes zu entkommen. Einige davon müssen noch bis zur dänischen Grenze, um am Montag wieder zu arbeiten. Wir lassen uns noch eine Nacht Zeit.



Was gab es sonst noch am Rande unserer Welt? Der serbische Mannschaftsführer ist froh das Serbien noch nicht in der EU ist, denn solange kann er seinen Slibovitz noch selber brennen und als serbisches Wasser transportieren. Die Amis habe im Recurve gegen Aserbaidschan verloren, der Taschendieb ist noch immer nicht gefasst und wir setzen uns nachher an einen großen Grill und feiern uns selbst. Euch noch einen schönen Abend, den Feldschützen alles ins Gold und keine Zecken. Bis morgen euer Bogenreisender.


Para-WM in Bagkok vom 01.11. - 09.11.

Die Para-WM in Bangkok ist beendet. Die Berichte sind hier noch zu lesen, die passenden Bilder hier.
Und hier gibt es noch einen Bericht auf den Seiten des DSB. Weiter unten sind nach wie vor die Bulletins aus Turin und Nove Mesto auch noch zu lesen.


03. - 06. Oktober 2013

Erfolgreicher Vorbereitungslehrgang des DBS-Bogen Nationalteams

Das verlängerte Wochenende rund um den Tag der deutschen Einheit nutzten die Bogensportler des DBS-Nationalteams für ihren abschließenden WM Vorbereitungslehrgang. In der ersten Novemberwoche wird es dann in Bangkok so weit sein, dass das Team bei der ParaWM an den Start geht. Davor jedoch galt es auf der wunderschönen Anlage des BS Feucht in drei anstrengenden Tagen noch einmal alle Abläufe zu überprüfen und sich auf die WM einzustimmen. Eine Überraschung gelang den DBS Verantwortlichen gleich am ersten Tag. Der längere Zeit erkrankte Bundestrainer Mathias Nagel wollte es sich nicht nehmen lassen das Team auf diesem letzten Lehrgang zu begleiten und zu unterstützen. Zusammen mit seinem Co-Trainer Harry Mende hatte er den 7 Sportlern die sich für die WM nominiert haben ein anstrengendes Programm vorbereitet und erfolgreich mit dem Team umgesetzt.

Leider war das Wetter nicht bereit das rechte Bangkok Gefühl aufkommen zu lassen. Zu kalt und zu nass, eben typisch deutsches Herbstwetter. Da die Anlage in Feucht es aber ermöglicht die technischen Einheiten in der Halle durchzuführen stellte dies kein großes Problem dar. Durch die Bereitschaft und Unterstützung der BS Feucht wurden im Freigelände einfach die notwendige Anzahl an Scheiben so umgestellt das die Sportler unter dem Dach herausschießen konnten. Die einzigen die dann noch nass wurden, waren die Trainer und Betreuer die zum Pfeile ziehen ins herbstliche Wetter hinaus mussten.

Das Fazit nach den drei Tagen fiel dann auch sehr positiv aus. Die Vorbereitung ist bei den meisten Sportlern abgeschlossen, die WM kann kommen. Die Bogensportler des BS Feucht unter ihrem Vorstand Klaus Schwarz waren hervorragende Gastgeber denen nicht genug gedankt werden kann. Ohne deren erstklassige Unterstützung wäre der Wechsel zwischen Freiluft und Halle, die Versorgung und Unterstützung vor Ort und damit ein gelungener Lehrgang nicht möglich gewesen.

Für die Recurveschützen Jennifer Hess, Katharina Schett, Maik Szarzewski und Matthias Alpers sowie die Compoundschützen Lucia Kupczyk, Michael Müller und den in der Klasse W1 startenden Compoundschützen Uwe Herter heißt es nun Ende Oktober: Auf nach Bangkok und Alle ins Gold


30. Oktober, 24 Uhr Ortszeit Laichingen

Wie spät es jetzt bei uns ist weiß ich nicht genau, auf jeden Fall ists bei uns schon Donnerstag. Wer mir was von geruhsamen Nachtflug erzählt hat, hat keine Ahnung. Wir jagen hier in rund 10.000m Höhe mit 990km die Stunde durch den Nachthimmel über Weisrussland und dürfen nicht schlafen. Statt Nachtruhe, oder wenigstens einem Nachtessen gabs gerade Einreiseformulare für Bangkok. Das ganze kann heiter werden.

Ach ja das nächste Mal nehm ich doch den Zug. Entschieden mehr Beinfreiheit.

Falls wir zurück sind bevor es einen neuen Verkehrsminister gibt, bewerbe ich mich. Erste Amtshandlung:Beseitigen der Unebenheiten auf den Flugstrassen dieses Erdenballs. Das ganze wackelt, noch nicht so schlimm wie bei uns in Laichingen auf der Bahnhofsstrasse, viel fehlt aber nicht.

Muss jetzt aufhören, angeblich gibts jetzt was zu futtern und da muß dieser Minitisch frei sein.

Das Essen braucht noch, aber 2 Sitze weiter muss das Tablet (nicht das fürs Futter, das andere mit der Elektronik) zum Bogentraining herhalten. Ich hoffe nur das die Ergebnisse in Bangkok besser werden. Ach ja heute Mittag, also noch Mittwoch, hat die WA es tatsächlich fetig gebracht einen ersten Plan zu veröffentlichen, es fehlen zwar noch ein paar Finale, aber immerhin, es sieht so aus als ob sie uns zum Bogenschiessen und nicht zum Sightseeing erwarten.

31. Oktober, 21 Uhr Ortszeit Bangkok, bei Euch ist es jetzt 15 Uhr

Wir sind heil angekommen was man von Lucias Rolli leider nicht sagen kann. Das gesamte Rückenteil ist verbogen gewesen. Ich habs vorhin zerlegt, zurück gebogen und wieder zusammengesetzt. Das war so eine der Aktionen Marke Überflüssig.

Nach der Landung um 14:15 ging es direkt zum Stadion weil eine der Schützinnen in die Klassifikation musste. Sie ist behindert genug und darf mitspielen. Der Verkehr in Bangkok ist schlimm, alle fahren auf der falschen Seite, jeder drängelt und es scheint ratsam hier nicht ohne Hilfe unterwegs zu sein. Ich hab jetzt in den letzten 5 Stunden schon 3 verschiedene Terminplanungn für morgen bekommen. Erinnert irgendwie an Turin. Hau mich jetzt endlich in die Falle. Erste vernünftige Bilder gibts morgen.


01.11., 22:00 Bangkokzeit

ein chaotischer Tag geht dem Ende entgegen. Nicht nur das wir inzwischen den Revisionsstand 10 innerhalb von 48 Std. erreicht haben. Ich wie immer bei solchen Events nicht zum Essen komme, nein das bin ich ja gewohnt. Gut die Reparatur eines Rollstuhls war mal was Neues. Aber das Lucia heute morgen ihr Rückenteil, mit dem sie jetzt seid fast 2 Jahren auch international schiesst, verboten bekam, das war ein Hammer erste Güte und hat sowohl bei Lucia als auch mir die Frage aufkommen lassen warum wir uns das antun. Elend lange Diskussionen, ein sinnloser und für Lucia schmerzhafter Versuch mit sogenanntem Strapping des Oberkörpers, d.h. sie wurde mit einem Gurt in den Resten ihres Rückenteils festgebunden, alles für die Katz. Dann das ganze Rückenteil zerlegt, ich kenn jetzt jede Schraube, und das 3D Puzzle wieder zusamensetzen. Dann zum x-ten Mal zu den Klassifizierern und endlich dann ein GO. Nein, Bogenschiessen ist was anderes und warum alles an einer Person, dem Chefklassifizierer, hängt ist mir schleierhaft. Lucia hat dann immerhin noch 18 Pfeile, in Worten achtzehn, als offizielles Training gehabt. Erwartet also bitte nichts mehr an Ergebnissen von ihr. Im Moment versucht der Physio ihre Haltungsschäden von heute vormittag irgendwie in den Griff zu bekommen.

Was war heute sonst noch. Tatsächlich eine Eröffnungsfeier, die rund 1 Stunde dauerte und den Namen auch zu recht trug. Toll gemacht mit Fahnen, kleinen Kinder in der Landestracht der Nation die sie darstellten und ich hoffe das es mit den Bildern klappt, wirklich schönen Eindrücken, von denen ich und vermutlich auch Lucia, nicht ganz so viel hatten.

Morgen früh um 9 Uhr gehts für Lucia mit dem Wettkampf los. Ihre Ziele beschränken sich nach heute aufs Durchkommen und nicht mehr. 4 Jahre Arbeit und dann so was.





Was soll's, in 7 Std. ist die Nacht vorbei. Euch noch Spass im Kalten, wir haben hier gefüllte 40 Grad und ich mag dieses Wetter.

Tschüss bis morgen bei hoffentlich besserer Laune.


02.11., 22:00 Bangkokzeit

Und wieder ist ein langer Tag vorbei. Mit den Bildern, die ich hier mache, wird es schwierig bei der Übertragung. Das Internet ist beim Upload sehr sehr langsam, aber ich verspreche die Bilder nachzuliefern wenn wir wieder in Good Old Germany sind.

Was lief heute für uns so ab? Eine Katastrophe für Lucia. Wer die Ergebnisse auf worldarchery.org verfolgt hat sieht ja die Resultate.

Im Moment kann ich da noch nicht sagen wohin die Wanderung morgen in der ersten Finalrunde geht. Unter normalen Bedingungen kein Problem, aber mit dem veränderten Stuhl, abwarten und Tee trinken. Übrigens Tee, der kommt aus England und ist hier auch im Beutel zuhause, also kein Jasmin von der Strasse. Wer mein übliches Gejammer hinsichtlich des Essens erwartet, diesmal kein Kommentar im Hotel ist es gut und für Europäer gemacht, auf dem Gelände kann ich nix sagen, weil ich da nix esse. Der Rest des Teams futtert ohne grosse Kommentare. Kalt kann es nicht werden, dafür ist es zu warm. Mir gefällt das Wetter, aber ich habe hier schon mit einige Thailändern gesprochen, denen es zu warm ist. Übrigens auf deutsch, das können hier erstaunlich viele. Einige weil ein Elternteil aus Deutschland ist oder sie in Deutschland einige Semester studiert haben. Sie vermissen das deutsche Wetter, begreif ich nicht.

Morgen haben wir wie gesagt die ersten Finals, und nachdem sie ja jetzt wissen, wieviele da sind klappt das auch mit dem Terminplan recht gut, wenn nur nicht manchmal die Klassifizierer wären. Wenn Lucia morgen rausfliegen sollte, hat sie noch das Team vor sich, und da gilt wie auch bei den Finales, Neues Spiel Neues Glück.

Wünscht uns also bitte "Alle ins Gold"

Schnee und 4 Grad würden die Sache erleichtern, sind aber nicht zu erwarten. Und diejenigen, die Turin schon auf diesem Weg verfolgt haben, wissen, das ich nicht versprechen kann morgen was zu schicken weil der Tag extrem lange wird.


03.11., 23:25 Bangkokzeit

Nicht wundern, ich bin immer noch auf den Beinen,oder so ähnlich. Mit schlafen ist noch nichts. Ich leide noch unter dem Krimi, den Lucia heute in ihren ersten beiden Finals hingelegt hat. Der Wettkampfbeginn war ja, wie berichtet, eine einzige Katastrophe gewesen. Das Resultat daraus war eine entsprechende schwere Gegnerin gewesen. Wieder mal eine Russin. Was dann im Finale mit 5 mal 3 Pfeilen ablief war der Wahnsinn. Praktisch permanente Ringgleichheit mit der Folge das nach 15 Pfeilen eines klar war, hier sind 2 am Werk die immer noch nicht wissen, wer die Bessere ist. Ende vom Lied ... Stechen, oder würfeln auf höchstem Niveau. Russland ein 10 und Lucia zeigt dass sie ihre Nerven sehr wohl unter Kontrolle hat. Eine 10 muss es sein also, auf Nummer sicher gehen, dem russischen Trainer einen Kollaps bereiten (mir übrigens auch) und ein X reinnageln. Das nennt man Wettkampfmentalität. Ich bin schon wieder um ein paar graue Haare reicher.

Dann 30 Minuten eine andere Klasse, dann die nächste Runde. Jetzt bei Flutlicht im Nationalstadion von Bangkok, 40000 Sitzplätze und keine Seele als Zuschauer anwesend. Licht wie in einer Halle, aber leider auch von schräg vorne. Lucia gegen die Nummer 2 der Welt, Stephanida Artikanova. So oft wie die schon aufeinander gestossen sind, reicht es aus das ich den Namen der russichen Schützin jetzt schon fehlerfrei schreiben kann. Resultat: ein Koller beim nächsten russichen Trainer, bei mir noch mehr graue Haare, und eine Lucia mit Spastiken wie ich sie seit mindestens 3 Jahren nicht mehr gesehen habe. Aber Lucia steht im 1/4 Finale und gehört damit jetzt definitiv zu den besten 8 der Welt. Was jetzt kommt ist offen. Übrigens habe ich nur die Anzeigetafel verfolgt, bei den Matches wurde sie von unserem Physio betreut, da kann sie mich nicht brauchen.

Morgen gehts in Mixed, Ausgang offen.

Lucia hat mich gebeten noch einen besondern Gruß an Sonja mitzuschicken, aber länger hätte es mit der Atmerei auch nicht mehr gehen dürfen, aber geholfen hats eindeutig. Die Frage nach dem Warum vom Anfang des Wettkampfes stellt sich aber immer noch. Jetzt zwar mit anderen Vorzeichen, aber mein Nervenkostüm wird bei diesen Veranstaltungen immer dünner und ich nicht mehr jünger.

Also jetzt gute Nacht aus Bangkok. Hier schlägts gleich 12e und ich muß morgen wieder raus.


04.11., 16:21 Bangkokzeit

Wenn ihr mich jetzt sehen könntet. Ich sitze hier auf dem Tartanboden des Stadions bei Scheibe 28 und sehe mir gerade das Einschiessen der MixedTeams Compound Thailand vs. Türkei an.
Auf Scheibe 18 schiessen sich Lucia und ihr Mixedpartner Michael Müller aus Hamburg ein. Da ich nicht in der Nähe sein soll, hab ich halt die Flatter gemacht und versuche die Zeit totzuschlagen und gleichzeitig nicht nervös zu werden.
Finaltage bei einer WM sind in erster Linie von Warten geprägt, warten aufs passende Match, aufs Essen, auf die Ansage das Mann/Frau aufgerufen wird sich gefälligst auf die Socken zu machen,.... Für die Sportler ist es auch nicht besser. Heute vormittag war das deutsche Recurvemixed Team am Werk. Nach 30 Pfeilen mit einem hohen Ergebnis, aber leider nicht hoch genug, ausgeschieden.
Das bedeutet im Klartext, 2 Stunde vorher (mindestens) auf dem Gelände sein, 20 Minuten Wettkampf und dann Sche.... alles wieder abbauen und dann warten auf den Bus. Eben wird das Finalend, also der letzte Probedurchgang ausgerufen, ab dann gilt es für die beiden zu treffen und für mich nicht verrückt zu werden. Mal sehn was passiert.
Ach ja es geht gegen Italien. Sonst warn's ja immer die Türken. Und ich hasse es, aber die fangen mit einem 37 : 37 an. Geschossen werden übrigens immer 4 Pfeile pro Team. Es geht weiter. Die wollen mich in den Wahnsinn treiben, oder ist es Lucias Hang zu Shootoffs. Nach dem 2ten Durchgang steht es 73 - 73.
Dritter Durchgang leichter Vorteil für Italien 110:108. Neben mir wirds laut, die Thailänder feuern lautstark ihre Mannschaft an. Und Deutschland? Warten, immer noch Italien 147, Deutschland 144. Leider raus.

Jetzt ist es bei uns 22:00 wir sind jetzt schon eine zeitlang wieder im Hotel, hatten unsere übliche und notwendige, abendliche Besprechung und sind jetzt müde und geschafft auf dem Weg in die Falle. Morgen gehts um spätestens 6e wieder auf die Hufe. Gleich morgens gehts mit den Finalrunden wieder ran. Lucia muss hier gegen 14:30 wieder ran, bei euch also um 8:30. Erwartete Temperatur um die 38 - 40 Grad, also wie schon die ganze Zeit.

Schlaft schön und viel Spass beim Eiskratzen.


06.11., 22:25 Bangkokzeit

Dem ein oder anderen ist es nicht entgangen, das es gestern keinen Bericht gab, und das obwohl Lucia ja im 1/4 Finale angekommen war. Wer aber dann die Ergebnisliste gesehen hatte, musste sofort glauben das es Fahrkarten oder seltsam blaue Ringe gegeben haben muss. Fahrkarten waren keine dabei, unsere Rückflugtickets haben wir ja und auch eine Bahnfahrkarte haben wir, aber Blaue, ja die gab es.

Und das leider nicht nur in einfacher Ausfertigung.

Die letzten Tage und vor allem der aufgetretene überflüssige Ärger hatten doch Spuren hinterlassen. Dazu kamen die Temperaturen unter denen alle leiden (na ja fast alle, einen gibt es der liebt sie), immerhin haben unser tschechische Kollegen mal ein Thermometer mitgenommen und auf die Schiesslinie gelegt. Es muss was besseres gewesen sein, denn es war bei 47 Grad immer noch nicht kaputt.

Lange Rede kurzer Sinn, unmittelbar nach dem letzten Schuss mussten wir Lucia von der Linie wegbringen. Sie konnte noch nicht einmal ihrer Gegnerin gratulieren. Ab in den Schatten, raus aus dem Trubel, runter auf den Fussboden, Schuhe und Socken aus, Wasser drüber giessen und warten. Dann noch der heraneilenden Krankenschwester miteilen, dass 4 Personen ausreichen sollten Lucias Kreislauf wieder zu aktivieren. Hat die nette Schwester nicht daran gehindert, mit einem Eisbeutel zurückzukommen und Lucia in ihr schnuckeliges Erste Hilfe Zelt einzuladen, dort sei es kühler. Die Einladung konnten wir dann etwa 15 Minuten später wahrnehmen.

Wenn ich vorher noch glaubte, das es eine gemeinsame Ahnenreihe zwischen mir und der Schester geben musste (wer sonst würde bei diesen Temperaturen eine Strickjacke tragen) wurde ich dann eines besseren belehrt. In dem schnuckelicken Zelt war ein Iglu versteckt, mit Temperaturen, die Rudolf oder Jürgen gefallen hätten. Nach etwa 30 Minuten haben wir dann unseren Besuch in der Pinguinaufzuchtstation beendet und einen der Busse nach Hause genommen.

Damit ist der aktiv sportliche Teil der WM beendet gewesen, leider. Aber ein Platz unter den besten 8 der Welt ist ne Hausnummer und passt zur Planung für das Projekt RIO.

Heute morgen dann 4 Stunden Freizeit gehabt. Zuerst auf ein Großraumtaxi gewartet. Unser Wunschziel, der liegende Buddha, war ausgeschlossen, wegen der hier herrschenden Proteste. Der Versuch in die Altstadt zu fahren war nach etwa 1000m beendet, nein nicht Unruhen, sondern ein gewöhnlicher Auffahrunfall mit unserem Taxi. Sch.... wir wieder raus und dann zu Fuss bzw. Rolli 4 km zum Stadion. Toller Spaziergang, totale Reizüberflutung und eine Bestätigung, das wenn einer eine Reise tut er was zu erzählen hat.

Dann die Finalmatches angesehen, in denen ich Lucia gerne gesehen hätte und zu denen sie jetzt in der Lage ist. Traumhafte Zweikämpfe auf höchstem Niveau und ich freu mich schon drauf, wenn ihr die Möglichkeit bekommt euch so etwas in Deutschland anzusehen.

Das wars für heute und gestern.


07.11., HighNoon Bangkokzeit

Jetzt ist also alles vorbei. Zeit ein Fazit zu ziehen und sich Gedanken über das danach zu machen.

Lucia ist letztendlich auf Platz 8 gelandet. Für unser krummes Gelände und den Dauerwinter auf der Alb ein wahrhaft traumhaftes Ergebnis, an das vor einigen Jahren fast niemand geglaubt hatte. Wäre mehr drin, ja wenn es nicht so heiß und in der Vorrunde so anstrengend gewesen wäre. Ändert das was an der Einschätzung der Platzierung, NEIN. Ein echter Traum der hier erfüllt wurde. Die unglaubliche Anstrengung hat sich gelohnt, und ich werde das auch irgendwann realisieren. Spätestens wenn ich in 8 Stunden auf dem Weg zum Flughafen bin und dann dort 4 Stunden warten muß, um dann 12 Stunden in einer Zigarrenröhre auf unnatürliche Weise durch die Luft befördert zu werden. Welcher Knallkopf hat mir gesagt, das es toll ist als fliegende Ölsardine transportiert zu werden?

Haben wir was von Bangkok gesehen, ausser Verkehr in eine 10 Millionenstadt, Slums und einem Ferrari der sich neben sonstige Schlitten der oberen Preisklasse im Stau abmüht elegant auszusehen, Demonstrationen und Stacheldraht, tollen hilfsbereiten Menschen und Helfern die bestimmt froh sind, die vielen Chaoten aus 33 Ländern der Welt wieder los zu werden. Ich jedenfalls wäre es.

Ach ja ich hab auch noch ne Polizeiwache von ihnen gesehen, habe doch tatsächlich meien Kreditkarte, Perso , Führerschein und Bargeld in einem Taxi liegen lassen und sollte unbedingt eine Verlustanzeige aufgeben. Meine beiden Begleiter und der Polizist haben sich scheckig gelacht, ich weiß nur nicht warum. War''s weil ich nicht aufgepasst hatte oder weil ich nurnoch zu Fuss unterwegs sein wollte?
Wir schlagen jetzt hier noch einige Stunden im Hotel tot, mein Bedarf an Bangkok ist gedeckt.

Gestern noch große Abschlußparty, seht euch mal die Bilder auf Worldarchery.org an. Das Wetter ist gerade zu kalt für die Thais, nur 25 Grad und leichter Regen. Hätten wir in den letzten Tagen auch mal gerne gehabt. Aber ich geb's zu, 25 Grad sind echt lausige Temperaturen.

So, ich mach jetzt mal Schluss verspreche aber, dass ich Bilder nachliefern werde. Großes Ehrenwort.


Tägliches Bulletin aus Nove Mesto

Regelmäßig bekommen wir Nachrichten und aktuelle Informationen aus Nove Mesto. Diese werden wir hier veröffentlichen. Weiter unten ist nach wie vor das Bulletin aus Turin auch noch zu lesen.


10. Juli 2012

Turin war einmal - Nove Mesto ist heute

Wir sind mal wieder unterwegs und fern der Heimat. Dieses mal rund 600 km in Richtung der aufgehenden Sonne in der Tschechischen Republik kurz vor der polnischen Grenze. 2 Tage trainieren wir hier schon ziemlich ungestört. Temperaturwerte wie im Süden, so etwa 28 Grad Lufttemperatur, auf dem Kunstrasenplatz sind es etwa 35 Grad. Schatten Fehlanzeige, Wind vorhanden und die Erkenntnis das in anderen Ländern andere Sitten gelten.

Die Schützen aus Aserbeidschan sind sich sehr sicher, dass sie die Scheibe treffen und das lästige Mitbewerber am besten dadurch geschockt werden, das man dann schießt, wenn andere zur Scheibe laufen. Hat definitiv was für sich, wenn 2 Scheiben neben einem die Pfeile einschlagen.

Noch herrscht hier Ruhe. Heute war die offizielle Ankunft, aber von den präzisen Schützen aus A., den Koreanern, Kanadiern und den Schützen aus Taipeh ist noch nicht viel zu sehen gewesen.

Morgen sollen 18 Nationen an den Start gehen und noch sieht das Feld aus wie bei unserer Landesmeisterschaft am Tag zuvor. Mal abwarten, ich trau den Organisatoren aus irgendeinem Grund zu das es klappt. Woodoopriester haben hier übrigens keine Arbeitserlaubnis und auch der Einsatz von schwarzer Magie ist hier nicht erwünscht.

Unser Hotel liegt etwa 25 km von Nove Mesto entfernt und ich muss hier noch ein paar Bilder machen. Wir haben hier 3 Ferienwohnungen bekommen von denen keine rollstuhlgerecht ist. Aber dazu morgen etwas mehr. Bilder gibt’s natürlich auch wieder.













11. Juli 2012

Eröffnung ist und alle waren da

Heute war das erste offizielle Training und jetzt steht auch fest, wer alles da ist. 19 Nationen, 117 Sportler, reihenweise Funktionäre und irgendwo sitzt auch der Woodoopriester aus Turin.

Gestern Abend hieß es noch, das wir heute kommen und trainieren können wie wir wollen. Heute morgen gab es dann eine Einteilung wer wann zu schießen hat. Nicht alle Nationen sind des Einhaltens von Regeln willig, also das totale Chaos pur. Irgendwie hat es dann doch für ein paar Serien gereicht und Lucia kam dann auch zum Training. Leider kam dann ein kurzer sehr massiver Wolkenbruch der eine Pause erzwang.

Die Bilder vom Regen erspare ich euch genauso wie die Bilder vom Mittagessen (ich vermute das der Turiner Caterer auch hier sein Unwesen treibt) dafür lieber noch ein paar Bilder von der Eröffnung.

Das ganze war dann auch noch gepaart mit der Erkenntnis das Springerstiefel beim Fallschirmspringen auch stören können.

Ansonsten geht es morgen für uns los und wir haben das Problem, das ich 4 Schützen betreuen muss die zeitgleich von Scheibe 34 bis 45 verteilt sind. Wie das geht werden wir sehen.


Tägliches Bulletin aus Turin

Regelmäßig bekommen wir Nachrichten und aktuelle Informationen aus Turin. Diese werden wir hier veröffentlichen.


08. Juli 2011

Alles ist nass

Wer noch einmal behaupten das Italien im Juli warm und trocken ist, soll sich auf den Weg nach Turin machen. Aber wir dürfen uns nicht beschweren, denn wir sind heil angekommen und das obwohl die Autobahnen rund um Mailand definitiv zu eng für die Autos sind, die drauf fahren. Das Hotel liegt mitten im Industriegebiet und rund 20 Km vom Schlosspark entfernt, in dem die WM stattfindet. Das Traininingsgelände ist ein Wiese die in den letzten Tagen schon ziemlich gelitten hat. Die ersten 36 Pfeile waren noch in Ordnung aber dann... Fest steht, das das Trainingsgelände keinen Abfluss hat, der Regen in Turin wärmer ist als bei uns, und Lederschuhe nicht von Vorteil sind wenn es feucht wird.

Impressionen gefällig?


09. Juli 2011

Trockene Grüße aus Turin

Auf den italienischen Wetterbericht ist echt kein Verlass. Heute morgen noch groß ein Gewitter angekündigt und das gleich für Vor- und Nachmittag. Und dann? Nix Gewitter, aber dafür zwischen 25 und 30 Grad und eine extreme Luftfeuchtigkeit. Das Wasser von gestern steht auch noch auf dem Gelände und die Wege habe einen Zustand wie unser Gelände. Heute von 9:00 bis 17:00 Training. Die Italiener wollten natürlich ihre Siesta nicht aufgeben, daher von 12:00-14:00 Zwangspause. Das Wettkampfgelände ist echt toll, nur sind sich Lucia und ich sicher das MC die Bilder auf der Homepage von Stupinigi verändert hat. Der Bau ist in einem ziemlich desolaten Zustand. Was wir zwischenzeitlich wissen ist das die Finale der ParaWM nicht in Turin stattfinden sollen. Das technische Komitee hat Probleme gesehen. Ansonsten haben die Händler ihren Kram schon eingepackt, morgen ist erst mal kein Training wegen der Finale und der Eröffnungsfeier. Was lustig ist, ist die Organisation. Die scheint so überlastet, das die Akkreditierung wohl erst am Montag stattfinden kann.

Impressionen des Tages:


10. Juli 2011

Nichts ist wie es gedacht war

Gestern sah es so aus als ob der Bericht heute aus etwas Sightseeing und spät am Abend aus Bildern der Eröffnungsfeiern bestehen würde. Aber erstens kommt es anders und zweitens als Mann/Frau denkt. Doch erst einmal der Reihe nach. Planung gestern Abend war etwas später aufstehen, dann einen Kurztrip in die Innenstadt nach Turin und dann ab ca.18:00 die Eröffnungsfeier. Doch heute Morgen war dann alles wieder anderst. Lucia sollte noch einmal aufs Gelände weil wir schon vor 6 Monaten am Rollstuhl etwas geändert hatten und die Klassifizierung überlastet ist. Das Trainingsgelände sei gesperrt wegen der Finale sei aber offen für die Klassifizierung. Also traten Trainer, Betreuer und 3 Athleten den Weg aufs Gelände an um den Verwaltungskram durchzuführen. 2 Sportler wollten noch mitkommen um zu sehen was los ist, der Rest wollte nach Turin um zu sehen wohin es geht. Wie so ein leeres Feld aussieht auf dem nicht trainiert werden darf seht ihr in den Impressionen. Lucia wurde übrigens ungesehen durchgewinkt, sie kann also ganz normal starten. Die Eröffnungsfeier aber ist abgesagt: Due to bad weather conditions … Die Organisation erwartet Gewitter und Sturm und hat die Feier für heute Abend abgesagt. Jetzt soll das morgen irgendwann, irgendwo und irgendwie nachgeholt werden. Wann wir morgen trainieren und wo ist genauso unklar wie die Tatsache auf welchem Gelände. Das werden wir alles morgen sehen und hören.

Für Euch nun wieder die Impressionen des Tages:


11. Juli 2011

Und Italien ist doch heiß (und die Organisation ist immer noch wie zuvor)

Falls ihr auf der Homepage von Turin nach einem Terminplan sucht geht es Euch wie uns. Heute Morgen war die Abfahrt auf 8:00 geplant, wurde aber nach einer Nachricht von gestern Abend auf 9:00 verlegt, denn wir dürfen erst am Nachmittag auf den Platz. 5 Minuten vor der Abfahrt dann ein Fax mit einem neuen Terminplan für die Woche. Ob der Bestand hat weiß niemand. Wir also ins Auto und aufs Gelände, denn wir müssen ja noch (wie alle über 500 Anderen auch) heute Morgen durch die Akkreditierung durch. Das klappt wenigstens. Auch die Helfer sind noch immer sehr freundlich. Dann die Bestätigung, Lucia wird morgen direkt in den Wettkampf einsteigen und eine Große FITA-Runde schießen. Also 144 Wertungspfeile auf den 4 Distanzen. Und was gab´s sonst noch? Nun in der Sonne auf der Schießlinie wurden heute gegen 15:00 über 47 Grad gemessen. Im Schatten waren es erholsame 35 Grad. Um 12:00 wurden alle Schützen und Betreuer auf die Schützenlinie gebeten um die Eröffnungsfeier durchzuführen. Ich hatte gerade den Foto rausgeholt da war auch schon wieder alles vorbei. 5 Minuten Ansprache, einmal das Maskottchen aufs Feld geschickt (die arme Socke im Kostüm hatte wenigstens Kühlelemente per Klebeband am Körper) dann die FITA, pardon, WA-Hymne und das war es dann gewesen. Die Gerätekontrolle war dann auch noch und jetzt steht für uns gerade Hausarbeit an. Lucia macht gerade kleine Wäsche um für Morgen ein Trikot zu haben von dem die Fliegen nicht sofort tot herunterfallen.

Für Euch nun wieder die Impressionen des Tages:


12. Juli 2011

Der erste Wettkampftag ist vorbei (und ich habe graue Haare und bin 1000 Jahre älter)

Heute Morgen war die Nacht wie geplant um 5:30 vorbei. 6:30 Autos packen, 7:00 Frühstück und 7:30 Abfahrt. Um 8:45 sollte dann das offizielle Training beginnen, es wurde dann aber 9:15 weil noch einige Scheiben umorganisiert werden sollten. Danach begann dann endlich nach 2 weiteren Verzögerungen der Wettkampf. Um 11:00 war dann die 70m Runde vorbei. (Lena du darfst mal die Zeiten nachrechnen und mit den Landesmeisterschaften vergleichen). Es folgten die normalen 60m und tatsächlich um 14:00, diesmal direkt nach Plan die 50m. Und das Drama nahm seinen Lauf. Die Wasserwage löste sich aus dem Scope von Lucia. Ein Pfeil links an der Scheibe vorbei und in die Wiese – Technisches Problem! Ich einen Sprint zum nächstgelegenen Kampfrichter „My archer has a Problem“, der dann ein paar schnelle Schritte zu Lucia und die kurze Frage ob sie es reparieren kann während die anderen noch ihre 5 restlichen Pfeile schießen. Sie bekam die Wasserwage wieder ins Scope und die gesamte Schützenlinie wurde unmittelbar nach dem Abhupen zum Pfeileholen zurückgepfiffen damit Lucia nachschießen konnte. Die Ansage des Sprechers: „Please stop, because of a technical problem on target 16, 5 arrows will be shoot”. Jetzt wusste auch der Letzte auf den 53 scheiben was los war. Ich bin 1000 Jahre älter und grau geworden und Lucia schießt dann 2 6er und 3 9er nach. Aber vielleicht lag‘s ja auch an den netten Scheibennachbarinnen aus den USA und Kanada. Das Ergebnis 70/60/50/30 m :290/330/293/340=1253 Platz 30

Für Euch nun wieder die Impressionen des Tages:


13. Juli 2011

Und aus dem Chaos sprach eine Stimme: Beruhige Dich denn es könnte noch schlimmer kommen und ich beruhigte mich und es kam schlimmer denn ich war in Stupinigi

Diejenigen von Euch die auf das tägliche Bulletin einer Leistungssportlerin und ihres Trainers warten, neue Erfolge vermeldet bekommen wollen und dann feststellen das das Ding erst mitten in der Nacht geschrieben wird , den allen muss ich leider sagen das wird in den nächsten Tagen so bleiben. Der Grund: die Wettkämpfe, sofern sie stattfinden, dauern jetzt so lange, dass wir erst abends gegen 21:00 im Hotel sind. Und warum finden sich dann seltsame Ergebnisse auf der Homepage: weil alles hier sehr italienisch ist. Aber jetzt sachlich: Heute morgen waren Lucia und ich im Hotel geblieben da Lucia erst am Nachmittag ins 24tel Finale einsteigen sollte. Ätzende Langeweile führten zwischen zwei Wolkenbrüchen zu einem Spaziergang in das Kaff in dem wie hier sind und zu schönen Landschaftsbildern für die Impressionen einer WM. Aber dann, endlich gegen Mittag Abfahrt aufs Wettkampfgelände, dort noch schnell Kalorien eingelagert, den Müll habt ihr ja gestern schon gesehen und danach erst mal im Zelt festgesessen weil es geschüttet hat wie, nein nicht aus Eimern, die haben hier irgendwas Größeres genommen. Der Wettkampf war dabei für ein paar Minuten unterbrochen, danach gab es Schützen die froh waren ohne Schlauchboot auszukommen. Außerdem gelang mir der Beweis das Mann auch zu viert auf einer Scheibe stehen kann, auch wenn das für 2 davon einen Kopfstand bedeutet. Dann war der Wettkampf durch und mit viel Hektik alle Bögen aufgebaut, alles an die Schützenlinie gerudert. Wasserstandsmeldung im Aufenthaltsbereich „20 cm stetig steigend, bitte die Strömungsrichtung beachten!“ Lucia findet ihren Platz auf dem sie nach der Liste von 12:00 stehen sollte und dann der Hammer. Die Damen schiessen gar nicht. Klar es war ja auch schon 17:00 und die Halbwertszeit der Listen bei Starkregen ist bekanntlich nicht sehr hoch. Jetzt steht Lucia (auch wenn wir noch immer nicht wissen warum) bereits im 16tel Finale, das am Samstag stattfinden wird. Aber das kann sich natürlich auch wieder ändern. Wir haben heute über den Tag verteilt insgesamt 4 grundverschiedene Zeitpläne gehabt. Ohne jemanden zu nahe treten zu wollen kommt uns das hier ganz schön italienisch vor. Ach ja, die Herren durften ihr Finale schießen. Aber nur bis zum Ende des WarmUp’s wie die Probefeile hier heißen. Dann kam die Aufforderung „To your own safety, go into the big tents“ und unmittelbar danach die freundliche Aufforderung „packt euern Kram, dat wird heut nix mehr“. Also alles was gerade frisch nass geworden war wieder eingepackt, per Ruderboot zum Auto und dann ins Hotel. Hier kam dann um 21:30 der nächste Plan für morgen, mal sehen wie lange der hält. Eure leicht entnervten Vereinskollegen gehen jetzt ins Bett

Aber nicht ohne die Impressionen eines langweiligen, feuchten und chaotischen Tages:


14. Juli 2011

Und heut‘ fällt mir kein Motto ein, drum lass ich es ganz einfach sein

Natürlich das Reimen, denn einen Bericht will ich euch nicht vorenthalten. Mann/Frau (politisch immer korrekt) soll es nicht glauben, aber heute wurde der Terminplan tatsächlich eingehalten. Damit hat sich die Halbwertszeit der Planung von 4 auf sagenhafte 8 Stunden erhöht. Das wir zwischenzeitlich das Problem hatten, das wir 2 Updates bekamen die Änderungen versprachen aber nur Kopien der vorherigen Planung waren fällt dabei kaum ins Gewicht. Uwe Herter, ein Teil von Euch kennt ihn ja, hatte heute seine ganz private Begegnung mit der Organisation. 50 und 30m standen auf dem Plan. Einschießen ohne besondere Vorkommnisse, aber statt der in den letzten Tagen üblichen Pause von 15 Minuten, mit Ansage wie viele Minuten es noch sind, entschloss sich die Schiessleitung nach etwa 8 Minuten einfach weiterzumachen. Da das Gelände von gestern noch immer nicht trocken ist wurde dies zum Problem, denn einige waren noch auf den Dixiklos die hier im Kies stehen. Resultat nach der ersten Passe eine Pause von 20 Minuten in der geklärt wurde ob das Regelkonform ist oder nicht. Die Antwort: Es ist, also Pech gehabt. Uwe war nicht davon betroffen stand aber deshalb 20 Minuten in der Sonne. Heute Mittag dann hatte Lucia ihr Wohnzimmer auf dem Trainingsgelände aufgebaut und ihren Standplatz der dort nach der Regel „wer zuerst kommt malt zuerst“ tatkräftig mit Regenschirm und Wasserflasche gegen die einfallenden Horden aus Malaysia, Korea, Honkong,….. verteidigt. Interessant war hierbei der Scheibenumbau auf 70m. Neue Schützen gesichtet, Scheiben auf 70m schleppen. Daher wuchs die Anzahl der Scheiben von 25 auf 30 an. Im Bedarfsfall wird einfach angebaut. Ob Hütte oder Palast das passt. Dann ab 17:00 die Finale. In unserer Halle wird es am Bezirk ähnlich eng sein, aber nicht so vielsprachig. Noch eine Anmerkung zu den Mails die uns erreicht haben:
1. Morgen Nachmittag tritt Lucia im Mixed an.
2. Wenn die Uni Ulm denen das Organisieren beigebracht hat würde ich als Italiener mein Geld wieder haben wollen
3. Ihr habt was zu lachen und wir müssen aufpassen das der Kopf vom Schütteln nicht runterfällt
4. Verdammt das Chaos ist anstrengend, ich kann schon nicht mehr bis eins zählen,

deshalb wie immer: Die Impressionen des ersten Tages nach Fahrplan:


15. Juli 2011

Wir sind die Stars holt uns hier raus.

Hab ich gestern doch tatsächlich geglaubt das aus dem ersten Tag nach Fahrplan noch was werden könnte. Mein Gott (nein nicht Du Mecki) wie konnten wir nur so naiv sein. Aber wie immer wenn das Chaos am größten ist hilft es ein wenig, wenn auch so gut wie gar nicht, alles der Reihe nach aufzudröseln. Da die deutsche Mannschaft kein Team im Recurvebereich hat, durften wir heute Morgen etwas länger schlafen. Hätte ich besser nicht gemacht, denn es war kein Tee mehr zu beschaffen, dafür aber die Butter die gestern auf Urlaub war. Ab 11:25 mussten die Compoundherren dran. Die erste Runde hatten sie noch gut gemeistert in der zweiten war dann gegen die haushohen Favoriten aus Korea leider schon Schluss. Der nächste Einsatz war dann für 14:30 geplant. Lucia und Michael Arenz aus dem Norden Deutschlands sollten im Mixed antreten. Aus 14:30 wurde 15:00. Aus 15:00 dann 15:10 und dann wurde das Wettkampffeld zum Training mit der Vorwarnung der letzten 5 Minuten komplett gestoppt. Lucia und Michael hatten sich nach dem offiziellen Plan an Scheibe 25 eingerichtet, dort sollten sie gegen die Türkei antreten. Deshalb hatten sie sich, wie alle anderen 16 Mannschaften jeder an seiner Scheibe eingerichtet und von der Sonne braten lassen. Der gerade angesprochen Stopp kam und nach weiteren 5 oder 10 Minuten wurden alle Paarungen neu gesetzt und neu verteilt. Für Lucia und Michael hieß es jetzt auf Scheibe 33 zu hetzen. Dabei muss nicht nur Lucias Wohnzimmer in Sparversion mitgeschleppt werden sondern auch noch 4 Compoundbögen, ein Spektiv, meine 12Kg Werkstatt, diverse Flaschen mit Wasser und ehe ich‘s vergesse auch noch die beiden Schützen und die 3 Betreuer. Dort angekommen wurde das Training sofort gestartet. Das stellte sich dann auch als Fehler heraus denn von den 16 Mannschaften waren 12 von dem Umzug betroffen und beim Schiessbeginn standen noch so ein paar nutzlose Volontiers auf dem Feld rum. Das hat aber keinen besonders gestört, die gibt’s hier in Massen und zwischenzeitlich weitestgehend nutzlos. Also eine halbe Stunde einschießen. Die Schweden wären nette Gegner gewesen, ungefähr gleich stark und ebenso genervt. Wären, nicht waren. Wer die Ergebnislisten im Internet verfolgt hat weis das Lucia und Michael in der 1. Runde gegen die Türken leider rausgeflogen sind. Türken, Schweden,…. der Kampfrichter bei Scheibe 33 war übrigens Ägypter. Was also kam jetzt. Der geneigte Leser der Ansammlung von Chaos ahnt es bereits. Training vorbei, Halbwertzeit der Startliste deutlich überschritten, also wieder alles anders. Zur Abwechslung, ich glaube die haben auch keine Lust mehr, alles wieder auf den Stand von 14:30 zurück. Es halten sich jetzt hartnäckige Gerüchte das der, der die Scheibeneinteilung gemacht hat entweder den Fehler gemacht hat und etwas von dem Plastikessen gegessen hat, 9 Finger statt 10 zum Zählen verwendet oder das sich unter den Teilnehmern und Betreuern aus aller Herrenländer doch ein Voodoo-Priester oder Schamane befindet der die Veranstaltung mit einem Fluch belegt hat. Er hätte auch allen Grund dazu, zumindest dann, wenn er wie wir unser „Begrüßungsgeschenk“ auch erst heute erhalten hat. Die Ergebnisse findet ihr wie immer unter Archery.org und die Impressionen des Tages, unter anderem mit einem Bild unseres genialen Begüßungsgeschenkes im folgenden Teil der Meldung des Tages.


16. Juli 2011

Voodoo findet in Italien Samstags nicht statt

Leider auch kein positiver. Daher kam es wie es gekommen ist. Alle deutschen Schützen sind in ihren Wettkämpfen ausgeschieden. Auch Lucia ist in ihrem ersten Finalkampf leider gleich ausgeschieden, auch wenn das teilweise sehr eng war. Ihre Gegnerin hatte sich wohl schon auf ein 6:0 eingestellt gehabt. Aber die Suppe hat ihr Lucia versalzen so des es zu einem 7:1 kam. Das erhoffte kleine Wunder hat sich also nicht eingestellt. Nicht eingestellt haben sich auch die Ergebnislisten. Die werden dort zwar dauernd ausgehängt, aber haben die Qualität von Laufzetteln bei der BZM. Eine Endliste habe ich heute nicht mehr gefunden, die muss ich mir nachher noch aus dem Internet (archery.org) herunterladen und ansehen. Jetzt aber noch zu eurer Anfrage ob wir das mit dem stabilen Bogenarm so gemeint haben. Im Prinzip ja aber…. Wer jetzt seinen Arm unter die Säge hält hat dann doch etwas übertrieben. Morgen jetzt stehen die Finale an, die eigentlich in Turin auf dem Marktplatz stattfinden sollten nun aber in Stupinigi stattfinden werden. Lucia und ich werden uns auf jeden Fall das ein oder andere Finale ansehen. Abends dann soll es noch eine Abschlussfeier geben. Was das wird hängt davon ab wie die Knochen gewürfelt werden oder ob es einen Plan dafür gibt. Wir werden uns jetzt auf jeden Fall mal überraschen lassen. Keine Überraschungen sind diesmal die Impressionen des Tages, die übrigens auch einen Einblick in die hiesige Form des papierlosen Büros zeigen: Update: Voodoo gibt es scheinbar auch am Samstag
Vor 30 Minuten erreichte uns die Nachricht das im DamenRecurvebereich morgen früh noch ein Shootout d.h. ein Stechen um einen Quotenplatz stattfinden wird. 30 Minuten einschiessen, dann 1Schuss. Falls nicht noch anderst entschieden wird. Dadurch ergibt sich für Deutschland noch einmal eine Chance. Wer um 9:00 schon wach ist – Bitte Daumen Drücken


17. Juli 2011

Game over

Die WM ist zu Ende wie sie angefangen hat. Die Eröffnung bestand aus ein paar dürftigen Sätzen und die Schlussfeier findet nicht statt. Richtig gelesen, es gibt keine. Mit der letzten Siegerehrung wird es noch ein paar lauwarme Worte geben und irgendwann heute Abend wird es noch ein Treffen geben. Zu diesem Treffen wird nur kaum noch jemand gehen, denn die meisten Mannschaften sind bereits abgereist oder, so wie wir, in die Hotels zurück um zu packen. Dabei fing der Tag gut an. Beim Blick aus dem Hotelfenster einen wunderschönen Sonnenaufgang erlebt der sich sogar fotografieren ließ. Doch dann ging es schon wieder damit los das aus dem seltsamen Shootout mit einem Pfeil in der Nacht noch einmal ein kompletter Finaldurchgang geworden ist. Wie perfekt die Organisation arbeitet, hat man daran gesehen das die ersten Meldungen gestern gegen 19:00 in den Mannschaftshotels eingegangen sind, die Kampfrichter die bis ca. 20:30 auf dem Wettkampfgelände waren aber erst nach der Rückkehr in ihr Hotel davon informiert wurden das sie noch 5 Mann/Frau abstellen sollten. Unser Hotelpersonal (alles Italiener) bezeichneten die Organisation übrigens als typisch italienisch. Was bleibt also von dieser WM zurück. Der Eindruck einer total bescheidenen Organisation, Kampfrichter und Helfer die versuchten zu retten was zu retten ist und die Erkenntnis das Italien nicht nur Sonnentage hat und zur Ausrüstung des Bogenschützen eigentlich eine Schwimmweste gehören sollte. Sportlich hat Lucia getan was sie konnte und es ist ihr gelungen ihre Resultate von vor der WM wieder abzurufen. Wer aber im Finale auf die spätere Vizeweltmeisterin (die Russin in den Bildern unten) stößt hat nun mal ein nicht ganz kleines Problem. Die Finale heute waren übrigens wieder mal eine perfekte Werbung für den Bogensport und irgendwie müssen wir das mal schaffen, dass wir uns so was alle Live ansehen können. Menschlich gesehen war es toll, und das Bogensportler grenz-, kultur- und sprachüberschreitend mit der gleichen Hingabe ihrem Hobby nachgehen war wirklich toll. Mit Lucias Scheibenpartnerin aus dem ersten Tag und dem Maskottchen der WM gelang dann heut noch ein hübsches Bild und damit beenden Lucia und ich dann diese Meisterschaft, nicht ohne euch fürs Daumendrücken zu danken und euch noch ein Paar Impressionen des Abschlußtages zu schicken.